Landwirte im Einsatz für die Natur
Tag der Artenvielfalt in Baden-Württemberg

Biolandwirt Sascha Vogelmann setzt bei der Pflege von Offenland in Kälbertshausen auf die Unterstützung durch seine Charmoise-Schafe.

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  • Biolandwirt Sascha Vogelmann setzt bei der Pflege von Offenland in Kälbertshausen auf die Unterstützung durch seine Charmoise-Schafe.

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Neckar-Odenwald-Kreis. Anlässlich des Tags der Artenvielfalt in Baden-Württemberg am 15. und 16. Juni weist die Bio-Musterregion Neckar-Odenwald gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband (LEV) auf Aktivitäten für mehr Artenvielfalt vor der eigenen Haustür hin, um dem Verlust von Biodiversität entgegenzuwirken und das Thema weiter voranzubringen.

Ruth Weniger, Regionalmanagerin der Bio-Musterregion, unterstützt die Bio-Landwirtschaft im Neckar-Odenwald-Kreis. „Flächen, die von Bio-Landwirten bewirtschaftet werden, sind immer artenreicher, weil Bio-Landwirte keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel und keinen Mineraldünger einsetzen“, so Weniger.

„Unwirtschaftliche Flächen sind oft besonders wertvoll für die Biodiversität“, erklärt Michaela Heß vom Landschaftserhaltungsverband. Besitzt ein Landwirt Wiesen, Weiden oder Äcker, deren Bewirtschaftung sich nicht mehr lohnt, kommt der LEV ins Spiel. Gemeinsam wird eine individuelle Lösung erarbeitet, um die Artenvielfalt zu fördern. Das wichtigste Förderinstrument hierfür ist die Landschaftspflegerichtlinie (LPR). So bleiben wichtige Lebensräume erhalten, ohne dass sich Landwirte um die Wirtschaftlichkeit ihrer Flächen sorgen müssen.

In unserer Region nutzen mehr als 230 Landwirte die Fördermöglichkeiten der LPR, darunter auch einige Bio-Betriebe, wie Sascha Vogelmann aus Kälbertshausen und Meinrad Rödel aus Buchen.

Ein wichtiges Instrument zur Förderung der Artenvielfalt ist die Pflege und der Erhalt von Offenland. Dabei schreckt Sascha Vogelmann nicht davor zurück, am Hang auch mal zur Motorsäge zu greifen, um Schlehen und Hartriegel Einhalt zu gebieten. Auch wenn dies widersprüchlich erscheint, ist nicht das Ziel, die Hecken ganz zu beseitigen, sondern zusätzlich offene Flächen für lichtliebende Arten zu schaffen. Durch das Freipflegen soll ein Mosaik aus verschiedenen Biotopen wie Magerwiesen, Säumen und Gehölzen entstehen, die zur Biodiversität beitragen. Auf dem Grünland von Vogelmann macht sich das durch die Anwesenheit von Wiesen-Salbei und Wilder Möhre bemerkbar.

Auf einem seiner Äcker sorgt Vogelmann für lichte Pflanzenreihen. So wachsen allerhand Kräuter zwischen dem Getreide: „Man entdeckt sehr viel – manchmal ist das wie Detektiv spielen“, so der Landwirt, der das Summen und Surren auf seinen Feldern zu schätzen weiß. Die Kräuter und Gräser locken nämlich zahlreiche Insekten an. Diese Vielfalt scheint sich herumzusprechen, denn auf seinen Flächen hat der Biobauer sogar schon Rebhühner erblicken können. Das ist super, denn dort, wo das Rebhuhn sich wohl fühlt, finden sich oft viele weitere Arten.

Meinrad Rödel aus Buchen ist Biolandwirt aus Überzeugung. Er führt seinen Hof seit 1990 als Demeter Betrieb. Für ihn steht fest, dass er weitermacht, solange er noch auf den Schlepper sitzen kann. Die Landschaft pflegt er, indem er durch Mahd und Viehbeweidung Magerwiesen offenhält. Diese werden erst nach der Blüte Mitte Juni gemäht, damit möglichst viele Insekten von der Blüte profitieren und Vögel, Rehe und Hasen nicht in der Brut- und Setzzeit gestört werden. Gemäht wird mit dem Messerbalken, was unter anderem schonend für den Laubfrosch ist, der sich auf manchen seiner Flächen aufhält. Aber nicht nur für die Biodiversität macht sich das Programm bezahlt: „Es ist eine Entlastung, dass es durch die Förderung egal ist, wie viel auf der Fläche wächst“, so Rödel.

Michaela Heß liebt ihre Arbeit: „Es ist immer eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Landwirten, da alles auf freiwilliger Basis geschieht.“ Sie freut sich über die positive Resonanz auf die Projekte. Allerdings hofft sie, dass sich noch mehr Biolandwirte an den Maßnahmen beteiligen. Diese bringen nämlich schon viel Vorwissen in Sachen Umweltschutz mit und besitzen oft noch kleinere Maschinen sowie schonendere Mähwerke, die für die Landschaftspflege besonders gut geeignet sind.

Das würde auch Ruth Weniger begrüßen und möchte Biolandwirte zur Teilnahme an den Pflegeprojekten ermutigen. Der Landschaftserhaltungsverband sowie die Bio-Musterregion Neckar-Odenwald stehen dabei mit Rat zur Verfügung. Wer darüber hinaus Ideen für mehr Bio hat, kann sich bei der Regionalmanagerin unter ruth.weniger@neckar-odenwald-kreis.de oder telefonisch unter 06281/5212-1617 melden.

Biolandwirt Sascha Vogelmann setzt bei der Pflege von Offenland in Kälbertshausen auf die Unterstützung durch seine Charmoise-Schafe.

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Demeter Landwirt Meinrad Rödel erhält durch Mähen der Magerwiesen das Offenland rund um den Wartturm in Buchen.

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Autor:

Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald-Kreis

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