Interview zum Netto Markt Projekt Mönchberg - T5
IG Lebendige Dorfmitte spricht mit dem Seniorenbeauftragtem Karl Bader
Drei Fragen an...
Was waren Ihre ersten spontanen Gedanken zum Netto-Markt Projekt?
Einen Netto-Markt an diesem Standort brauchen wir nicht, und ist auch aus Umweltgründen im Trinkwasserschutzgebiet nicht nachvollziehbar. Im Dorf gibt es (noch) alles, was der normale Bürger braucht und einen Euro kann man auch nur einmal ausgeben. Ich befürchte deshalb, dass ein solcher Markt Unfrieden in den Ort bringen könnte und ich bezweifle auch, ob Collenberger Pendler, oder selbst Röllbacher oder Schmachtenberger Bürger zu einem solchen Markt fahren würden. Auch Mönchberger, die auswärts arbeiten, werden wohl zum Großteil anderswo ihre Einkäufe tätigen.
Als Seniorenbeauftragter haben Sie den Kontakt zu Menschen, die vielleicht nicht mehr so mobil sind. Was sind hierzu Ihre Gedanken?
Ich führe ehrenamtlich für nicht mobile Senioren Fahrdienste zum Arzt, zum Krankenbesuch usw. durch. Oft werde ich gebeten, auch noch eben zu Einkaufszwecken einen Schlenker über einen Markt zu machen. Daher weiß ich: Senioren, die nicht mehr gut zu Fuß sind, gibt es bei uns viele, und für diese wäre ein Markt am Ortsausgang Richtung Röllbach zu Fuß praktisch nicht mehr erreichbar. Der Standort ist auch deshalb denkbar schlecht, da praktisch immer zwei bereits jetzt stark befahrene Straßen gequert werden müssen. Das halte ich übrigens auch für Kinder problematisch!
Was auch nicht zu unterschätzen ist, ist der soziale Faktor. Das kleine Schwätzchen im Ort beim Weg zum Einkauf ist für viele sehr sehr wichtig und oftmals sogar der einzige Kontakt zu anderen Menschen. Ich halte es daher für zwingend notwendig, dass es in der fußläufig erreichbaren Dorfmitte eine Einkaufsmöglichkeit für Waren des täglichen Bedarfs gibt und alle so weiterhin die Chance zum menschlichen Austausch haben!
Ich finde es außerdem sehr traurig, dass das Ganze so über das Knie gebrochen werden soll, um das Projekt schnell durchzuziehen. Die Bürger wurden nicht in Ruhe und umfassend informiert, dabei betrifft das doch alle!
Was wünschen Sie sich für die Zukunft Mönchbergs?
Ich wünsche mir, dass alle bestehenden kleinen, Inhaber geführten Läden erhalten bleiben. Ein Dorfladen wäre bei uns in jedem Fall die bessere Variante. Neben den Läden, die jedem sofort einfallen, denke ich auch z.B. an die Apotheke, deren nichtmedizinischen und Pflege-Produkte auch im Drogeriebereich eines Discounters angeboten würden. Und ein möglicher Wegfall der Apotheke träfe Senioren ganz besonders! Das war schon problematisch genug mit der Schließung der Sparkassenfiliale. Wie oft halte ich bei meinen Fahrten für „meine“ Senioren inzwischen auch an einer noch existierenden Sparkasse oder einem Bankautomaten!
Die Dorfgemeinschaft soll erhalten bleiben, und hierzu zählen auch die Einrichtungen für die kommende Senioren-Generation, nämlich Kindergarten, Schule usw. Der Naturkindergarten ist hier auf jeden Fall eine Bereicherung für Mönchberg!
Zur Person
Karl Bader, ehemals selbstständig, jetzt im (Un-)Ruhestand ist der Seniorenbeauftragte des Marktes Mönchberg
Interesse an der Interessensgemeinschaft Lebendige Dorfmitte Mönchberg? Mitmachen oder kreative Ideen? Gerne ! Email: dorfmitte-moenchberg@web.de
Autor:Interessensgemeinschaft Lebendige Dorfmitte Mönchberg aus Mönchberg |
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